LEERE SCHAUFENSTER

In den SUN-Stadtvierteln ist das Wirtschaftsleben träger, was sich durch eine auffallend hohe Anzahl leer stehender Geschäftsräume äußert. Außerdem gibt dieses Phänomen der davon betroffenen Straße ein negatives Image.

Ferner sind Leerstände nicht gerade ein Beweis für Dynamik: Neuunternehmer öffnen nicht so schnell ein Geschäft in einer verwaisten Straße. So schließt sich der Teufelskreis, der den wirtschaftlichen Aufschwung vor Ort bremst. Schlecht gehende Geschäfte vor Ort und geringe Beschäftigungszahlen können sich auch negativ auf den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität in den Stadtvierteln auswirken.

Weil jedes SUN-Viertel ein anderes Gesicht hat, versucht das SUN-Projekt, die speziellen Nöte jedes einzelnen Viertels zu lindern. Im Hodimont-Viertel in Verviers kann der erforderliche gewerbliche Mix eher flexibel erreicht werden. Auf diesen Plakaten stehen die Kontaktdaten, die Anzahl verfügbarer Räume und ein allgemeiner Aufruf zur Eröffnung eines Geschäfts in dem betreffenden Gebäude. In der Saint-Léonard-Straße in Lüttich und in der Vennestraat in Genk ist es wichtiger, die richtige Gewerbemischung zu finden. Darum hat man sich in diesen zwei Vierteln für eine zweigliedrige Strategie entschieden. Zuerst wurden die Anwohner in einer ausführlichen Bürgerbefragung gefragt, welche Geschäfte sie am meisten vermissen. So scheint es in der Saint-Léonard-Straße in Lüttich zum Beispiel sehr an Bäckereien zu fehlen. Dem Ergebnis dieser Umfrage entsprechend werden in den Geschäftsregalen Plakate mit einem besonderen Aufruf aufgehängt. In der Lütticher Saint-Léonard-Straße wird daher ausdrücklich nach Bäckereien „gefahndet“.

Die neuesten Ergebnisse sind jetzt schon vielversprechend. Die Eigentümer der Gebäude waren begeistert von der Aktion gegen leer stehende Geschäfte: Einige Geschäftsgebäude haben bereits einen Abnehmer gefunden.