GEMEINSCHAFTSDYNAMIK

Durch den industriellen Niedergang in den SUN-Stadtvierteln sind viele Geschäfte verschwunden. Geschäfte, die mehrere Jahre bestehen, sind selten, und die verbleibenden Geschäftsleute neigen dazu, ihre ganze Energie in ihr Geschäft zu stecken, manchmal auf Kosten von Gemeinschaftsinitiativen.

Dabei könnten durch die Vernetzung der Wirtschaftsakteure vor Ort Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität des gesamten Viertels gestartet werden: Es könnten z.B. gezielte Anträge zur Stadtgestaltung bei den Behörden eingereicht oder gemeinsame Aktionen wie Straßenmärkte, Frühschoppen usw. auf die Beine gestellt werden.

Die SUN-Partner haben daher beschlossen, Treffen zwischen den einzelnen Wirtschaftsakteuren: Unternehmen, Geschäftsleuten, Kulturträgern usw. zu unterstützen und zu fördern oder sie in einer ersten Phase selbst zu organisieren.

So wurden die Unternehmen der Eupener Unterstadt eingeladen, mit über die geschäftliche Entwicklung des Viertels nachzudenken. Die Frage lautete: Wie kann dort die Nahversorgung wieder gewährleistet werden? Welche Tätigkeit(en) käm(en) dort besonders gut an? Dank dieser Initiative konnte eine mittelgroße Geschäftsfläche innerhalb des Viertels eröffnet werden; damit wurde dem Wunsch der Anwohner entsprochen.

In Verviers wurde das Bewusstsein der Geschäftsleute für attraktivere Schaufenster geschärft. Die Auslage ist nämlich nicht nur wichtig für das Image des Geschäfts, sondern auch für den Ruf der Geschäftsstraße, ja sogar des Stadtviertels. Also wurde ein Wettbewerb mit dem Ziel organisiert, die Geschäftsleute zur Verschönerung ihrer Auslage zu ermuntern: sie konnten dabei auf die Hilfe eines Profidesigners zurückgreifen.

Im Saint-Léonard-Viertel, haben die Projektträger eine kleine Vereinigung von Geschäftsleuten neu belebt: „Die Initiative ist gut angekommen; besagte Geschäftsleute wollen übrigens den Kunden gemeinsam Rabattgutscheine anbieten, die nur im Saint-Léonard-Viertel gültig sind. In dem Stadtviertel wohnen auch zahlreiche Künstler, denen das SUN-Projekt jetzt unter die Arme greifen möchte, indem es „Saint-Léon’Art“ auflegt, eine Großveranstaltung, die im Mai 2011 stattgefunden hat. Diese Veranstaltung erfasst alle Künstler aus dem Viertel: Sie wertet dadurch deren Arbeit wird auf, gibt dem Viertel aber auch ein positives Image und bringt allen Bewohnern die Kunst näher.

Schließlich wurde einigen Geschäftsleuten im Rahmen eines Pilotprojekts zur Verschönerung der Auslagen in der Hauptgeschäftsstraße ebenfalls die Hilfe eines Profidesigners angeboten.


In Genk hat die Stadt ein Zuschusssystem zur Renovierung von Geschäftskomplexen und ihrer Auslagen sowie zur Neugliederung von Geschäftskomplexen eingeführt (heutzutage brauchen die Geschäfte mehr Platz als früher; wenn sie sich vergrößern können, besteht die Möglichkeit, dass sie im Stadtzentrum bleiben). Mehr als zehn Geschäfte haben bereits von dieser Idee profitiert: Dadurch hat diese Straße neuen Aufschwung bekommen. Zusammen mit den Geschäftsleuten vor Ort sind ferner diverse Veranstaltungen organisiert worden: gemeinsame Frühschoppen, ein wöchentlicher Abendmarkt sowie Treffen zwischen Geschäftsleuten und Ausländern.

In Eschweiler haben die SUN-Partner die Unternehmer vor Ort mobilisiert und ihnen geholfen, ein Netzwerk aufzubauen. Insbesondere ging es darum, die Unternehmer aus der „Ethikwirtschaft“ einzubeziehen und ihnen bei der Führung und Weiterentwicklung ihres Geschäfts zu helfen.